Altbausanierung im Ruhrgebiet: worauf es ankommt

Altbauten haben Charakter: hohe Decken, Stuck, Dielenböden, großzügige Treppenhäuser. Gleichzeitig bringen sie besondere Herausforderungen mit. Im Ruhrgebiet reicht die Bandbreite von Gründerzeithäusern über Zechensiedlungen bis zu den Mehrfamilienhäusern der Nachkriegszeit. In diesem Ratgeber zeigen wir, worauf Sie bei der Sanierung eines Altbaus achten sollten und warum eine gründliche Bestandsaufnahme hier besonders wichtig ist.

Typische Altbauten im Ruhrgebiet

  • Gründerzeithäuser: hohe Räume, Holzbalkendecken, oft Stuck und Dielen, häufig mehrfach umgebaut.
  • Zechenhäuser und Siedlungen: kleine Grundrisse, niedrige Räume, oft einfache Bauweise und spätere Anbauten.
  • Nachkriegsbauten: schnell und sparsam gebaut, kleine Bäder und Küchen, Leitungen häufig noch aus der Bauzeit.

Jeder dieser Gebäudetypen hat eigene Stärken und Schwachstellen. Was bei einem Gründerzeithaus richtig ist, passt nicht automatisch zu einem Zechenhaus. Deshalb beginnt jede Altbausanierung mit einem genauen Blick auf das konkrete Gebäude.

Schwachstelle Leitungen

In vielen Altbauten stammen Elektroleitungen und Wasserrohre noch aus der Bauzeit oder aus frühen Umbauten. Alte Elektroinstallationen haben oft zu wenige Stromkreise und keine Fehlerstrom-Schutzschalter, die heute Standard sind. Bei Wasserleitungen sind alte verzinkte Stahlrohre und in sehr alten Gebäuden auch Bleirohre ein Thema. Bleileitungen müssen nach der Trinkwasserverordnung ausgetauscht werden. Um die Erneuerung von Elektro und Sanitär kümmern wir uns; sie wird von unseren Partner-Meisterbetrieben ausgeführt.

Saniertes Treppenhaus mit hellen Steinstufen, frisch gestrichenen Wänden und Holztür
Treppenhaus nach der Sanierung Neue Stufen, frische Wände und Türen, bezugsfertig übergeben. Eigene Projekte – Ausführung über Rhein Ruhr Raumdesign und unsere Partner-Meisterbetriebe

Schwachstelle Feuchtigkeit

Feuchte Keller, aufsteigende Feuchtigkeit in Wänden oder Schimmel hinter Möbeln sind in Altbauten nicht selten. Wichtig ist, die Ursache zu finden, bevor neu verputzt oder gestrichen wird. Sonst kommen die Schäden nach kurzer Zeit zurück.

Schadstoffe in älteren Gebäuden

In Gebäuden, die vor dem Asbestverbot 1993 gebaut oder umgebaut wurden, können asbesthaltige Materialien verbaut sein, etwa in alten Bodenbelägen, Klebern, Putzen oder Fassadenplatten. Auch andere Schadstoffe können in alten Baustoffen stecken. Solche Materialien dürfen nicht einfach herausgerissen werden. Bei Verdacht sollte vor dem Rückbau eine Prüfung durch Fachleute erfolgen; die Entfernung ist Sache spezialisierter Fachbetriebe.

Decken, Böden und Wände

Holzbalkendecken müssen auf Tragfähigkeit und Zustand geprüft werden, bevor schwere Aufbauten wie ein neuer Estrich darauf kommen. Alte Dielen lassen sich oft aufarbeiten. Wände sind in Altbauten selten gerade; hier hilft häufig Trockenbau, mit dem sich Wände begradigen, Leitungen verstecken und Räume neu aufteilen lassen. Den Trockenbau machen wir selbst.

Denkmalschutz

Manche Altbauten stehen unter Denkmalschutz, andere liegen in einem geschützten Ensemble. Dann sind Änderungen, etwa an Fassade, Fenstern oder historischen Bauteilen, in der Regel genehmigungspflichtig. Ansprechpartner ist die Untere Denkmalbehörde Ihrer Stadt. Klären Sie den Status am besten vor der Planung, damit es später keine bösen Überraschungen gibt.

Fenster und Türen im Altbau

Alte Holzfenster prägen das Bild vieler Altbauten. Manchmal lassen sie sich aufarbeiten, oft ist ein Austausch sinnvoller. Neue Fenster sind deutlich dichter als alte. Das spart Energie, verändert aber auch das Raumklima: Wenn die Luft nicht mehr durch Ritzen entweicht, muss bewusster gelüftet werden, sonst steigt das Risiko für Schimmel. Beim Fenstertausch sollte deshalb auch an ein Lüftungskonzept gedacht werden.

Energie und Gebäudeenergiegesetz

Wer einen Altbau saniert, sollte auch an die Energie denken. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) stellt Anforderungen, wenn bestimmte Bauteile erneuert werden, und enthält Pflichten für neue Eigentümer, etwa zur Dämmung der obersten Geschossdecke. Welche Anforderungen für Ihr Gebäude gelten, hängt vom Einzelfall ab. Eine Energieberatung durch Fachleute schafft hier Klarheit; bei Heizung und Technik kümmern wir uns um die Umsetzung mit unseren Partner-Meisterbetrieben.

Die richtige Reihenfolge im Altbau

  1. Bestandsaufnahme: Leitungen, Feuchtigkeit, Decken, mögliche Schadstoffe.
  2. Rückbau und Entkernung, bei Verdacht erst nach Prüfung.
  3. Ursachen von Feuchtigkeit beheben.
  4. Neue Leitungen für Elektro, Wasser und Heizung.
  5. Trockenbau, Putz und Estrich.
  6. Bad, Fliesen, Malerarbeiten, Böden.
  7. Endmontage und Übergabe.

Fazit

Ein Altbau lohnt sich, wenn man ihn richtig angeht. Entscheidend ist eine gründliche Bestandsaufnahme und eine Planung, die zum Gebäude passt. Wir sehen uns Ihren Altbau in Oberhausen und im Ruhrgebiet gern an und koordinieren die Sanierung mit einem festen Ansprechpartner. Die Besichtigung ist für Sie kostenlos.

Häufige Fragen zur Altbausanierung

Woran erkenne ich, ob die Leitungen erneuert werden müssen?

Hinweise sind zum Beispiel alte Sicherungen statt Leitungsschutzschaltern, fehlende Fehlerstrom-Schutzschalter oder verfärbtes Wasser. Sicher beurteilen kann das nur ein Fachbetrieb vor Ort.

Darf ich alte Bodenbeläge einfach entfernen?

Bei Gebäuden aus der Zeit vor 1993 sollte vorher geklärt werden, ob die Beläge oder Kleber Asbest enthalten. Im Verdachtsfall ist eine Prüfung durch Fachleute nötig.

Muss ich bei einem Altbau mit mehr Überraschungen rechnen?

Ja, eher als bei einem neueren Gebäude. Deshalb ist eine gründliche Bestandsaufnahme so wichtig, und ein Puffer im Zeitplan ist sinnvoll.

Lohnt sich die Sanierung eines Altbaus überhaupt?

Das hängt vom Zustand und von Ihren Zielen ab. Viele Altbauten haben eine gute Substanz und eine Lage, die sich lohnt. Nach der Besichtigung können Sie besser einschätzen, welcher Umfang nötig ist.

Kann ich während der Altbausanierung im Haus wohnen?

Bei einer umfassenden Sanierung mit neuen Leitungen und Böden ist das meist nicht sinnvoll. Wird abschnittsweise gearbeitet, etwa Etage für Etage, kann es in manchen Fällen möglich sein. Das klären wir bei der Besichtigung.

Mehr zu unseren Leistungen

Unsere Beratung ist für Sie kostenlos.

Die späteren Sanierungsarbeiten werden nach Angebot berechnet.